Schulavatar der Elternhilfe für krebskranke Kinder e.V.
Projekt-Award 2026 Digitalisierung

Schulavatare: Trotz Krebs mitten im Klassenzimmer

Wie digitale Stellvertreter erkrankten Kindern Unterricht, Freundschaften und ein Stück Normalität ermöglichen.

Ein Platz in der Klasse – auch aus der Klinik

Eine Krebserkrankung kann Kinder und Jugendliche für Monate aus dem Schulalltag reißen. Die Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e. V. setzt deshalb Schulavatare ein: Kleine Roboter nehmen stellvertretend im Klassenzimmer Platz und werden von den erkrankten Kindern per Tablet gesteuert. So können sie am Unterricht teilnehmen, sich melden und mit ihren Freundinnen und Freunden sprechen. Das psychosoziale Team bereitet jeden Einsatz gemeinsam mit Familien, Schulen und Klassen sorgfältig vor und begleitet die Nutzung.

Nähe und Gemeinschaft trotz langer Therapie

Neun Schulavatare sind bereits im Einsatz und helfen Kindern, trotz Klinikaufenthalten und Therapie Teil ihrer Klassengemeinschaft zu bleiben. Ein Patient konnte über einen Avatar sogar seine Abiturprüfungen ablegen. Die digitale Verbindung wirkt Isolation entgegen, stärkt das Selbstvertrauen und erleichtert die Rückkehr in die Schule. Da ein Avatar häufig sechs bis zwölf Monate genutzt wird, bleibt der Bedarf an weiteren Geräten hoch.

Was die Jury überzeugt hat

Besonders überzeugt die Jury, dass hier nicht die Technik, sondern das Wohl erkrankter Kinder im Mittelpunkt steht. Die Schulavatare erhalten soziale Kontakte und schulische Teilhabe in einer belastenden Lebensphase. Das individuelle psychosoziale Begleitkonzept macht aus einem technischen Hilfsmittel eine wertvolle Brücke zwischen Klinik, Zuhause und Klassenzimmer.

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